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Porsche-Chef Wiedeking informiert über Fahrplan für VW-Übernahme


Stuttgart (dpa) - Porsche-Chef Wendelin Wiedeking will bei der Bilanzpressekonferenz an diesem Mittwoch (26. November) über den weiteren Fahrplan bei der Übernahme von VW und die Aussichten des Sportwagenbauers für das laufende Jahr informieren. Die Stuttgarter halten 42,6 Prozent der Stammaktien von Europas größtem Autobauer und zusätzlich etwas weniger als 31,5 Prozent in Form von Optionen zur Kurssicherung. Ob Porsche seine Anteile wie ursprünglich geplant noch in diesem Jahr auf mehr als 50 Prozent aufstockt, gilt derzeit aber noch als unklar.

Wiedeking hatte als Voraussetzung dafür genannt, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen müssten. Dazu gehört auch, dass die VW-Aktie nicht zu teuer ist. Ende Oktober war der Kurs der VW-Stammaktien zeitweise über die Marke von 1000 Euro hinaus geschossen. Der Autobauer hatte damit einen Marktwert von rund 300 Milliarden Euro und wurde kurzzeitig zur teuersten Aktiengesellschaften der Welt. Zu Börsenschluss am Freitag lag das Papier bei 365 Euro - auch das ist gemessen an der Entwicklung der vergangenen Monate noch immer ein relativ hoher Wert.

2009 will Porsche seine Beteiligung an VW auf 75 Prozent erhöhen und so den Weg für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag frei machen. Damit würden die wichtigsten Entscheidungen nicht wie bisher im VW-Aufsichtsrat, sondern in der europäischen Porsche- Holding gefällt. Die Stuttgarter könnten dann über Vorstandsposten, neue Fahrzeugmodelle oder Standorte bei VW bestimmen. Zudem hätten sie Zugriff auf sämtliche Gewinne.

Ob Wiedeking am Mittwoch in Stuttgart konkrete Ziele für den Geschäftsverlauf in den nächsten Monaten ausgibt, ist wegen der Absatzkrise in der Branche noch offen. Porsche hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 (31. Juli) zwar durch die Beteiligung an VW einen riesigen Gewinnsprung verbucht und das mit Abstand beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Doch die Krise in der Automobilindustrie geht auch an dem Sportwagenbauer nicht spurlos vorbei. Der Absatz des Vorjahres von 98 652 Fahrzeugen werde daher voraussichtlich nicht mehr erreicht, hatte Porsche vor einigen Tagen mitgeteilt.

Den Gegenwind von den wichtigen Märkten USA und Deutschland bekamen die Stuttgarter auch schon im abgelaufenen Geschäftsjahr zu spüren. Operativ kamen sie mit rund einer Milliarde Euro nicht über das Vorjahresniveau hinaus. Der Vorsteuergewinn lag mit 8,57 Milliarden Euro dagegen erstmals über dem Umsatz von 7,46 Milliarden Euro. Der Überschuss legte von 4,24 Milliarden auf 6,39 Milliarden Euro zu.
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