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Gazprom: Gas-Streit mit Ukraine ohne Auswirkungen auf Deutschland


Moskau (dpa) - Deutschland und Europa müssen nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom keine Auswirkungen durch den neuen Gas-Streit mit der Ukraine befürchten. "Solche Ängste sind unnötig, das will ich ausdrücklich betonen", sagte der Gazprom-Chef Alexej Miller in einem Interview mit dem "Handelsblatt" (Montag). Unabhängig vom Ergebnis der Gasverhandlungen mit der Ukraine garantiere Gazprom den europäischen Kunden eine zuverlässige Gasversorgung. Gazprom hatte am Samstag gedroht, der Ukraine von Neujahr an den Gashahn abzudrehen, sollte Kiew seine Schulden von 2,4 Milliarden US-Dollar (rund 1,9 Mrd Euro) nicht zahlen.

Vor knapp drei Jahren hatte ein Gas-Streit zwischen beiden Ländern zu Lieferengpässen geführt, von denen auch Kunden in der Europäischen Union betroffen waren. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko wies die Regierung an, die Schulden noch in dieser Woche zu tilgen. Laut einem Bericht der Wochenzeitung "Serkalo Nedeli" hat die Ukraine notfalls ausreichend Gas-Vorräte, um über den Winter zu kommen.

Die Lösung des aktuellen Gas-Streits in der Ukraine wird durch die innenpolitische Krise nach dem Zusammenbruch der prowestlichen Koalition von Juschtschenkos Partei und dem Block von Regierungschefin Julia Timoschenko erschwert. Außerdem musste der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land wegen der Auswirkungen der Finanzkrise mit einem Milliardenkredit unter die Arme greifen.

Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow forderte in Moskau ungeachtet der Probleme bei dem Nachbarn eine rasche Lösung des Streits. "Wir gehen davon aus, dass das Problem bis Jahreswechsel gelöst wird", sagte Kuprijanow. Neue Verträge könnten erst nach der Tilgung aller Schulden, inklusive der Verzugstrafen, geschlossen werden. Nach Angaben von Gazprom-Chef Miller sind die Papiere bereits seit Anfang Oktober unterschriftsreif. Zu den Vereinbarungen zwischen Gazprom und Naftogas gehöre auch, dass die angekündigte Anhebung der Preise auf internationales Marktniveau auf 2011 verschoben werde.

Seit Jahren kommt es immer wieder zum Streit um russische Gaslieferungen für die Ukraine. Der Konflikt ist ein wichtiges Argument Moskaus für den Bau der Ostseepipeline, durch die Gas direkt nach Deutschland gepumpt werden soll. In der Vergangenheit war Russland vorgeworfen worden, mit Hilfe verbilligter Gaslieferungen politischen Druck auf die Ukraine auszuüben. Gazprom wies daraufhin, die Lieferverpflichtungen in den Westen immer eingehalten zu haben.
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