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Wirtschaftsweiser Franz findet Merckle-Hilfe "unsäglich"


Mannheim (dpa) - Der Ökonom und Wirtschaftsweise Wolfgang Franz hat die Bürgschaft der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) für den Unternehmer Adolf Merckle (ratiopharm) scharf kritisiert. "Es darf nicht sein, dass die Allgemeinheit für seine Spekulationen aufkommen muss", sagte der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) dem "Mannheimer Morgen" (Dienstag). Merckle solle selber geradestehen für den dreistelligen Millionenbetrag, den er nach eigenen Angaben bei Wetten mit VW-Aktien verloren hat. "Man kann doch nicht die Gewinne privatisieren, aber die Verluste sozialisieren", sagte Franz.

Zudem riet er davon ab, dem kriselnden Autobauer Opel staatliche Bürgschaften zu geben. "Die Vergangenheit lehrt, dass es am Ende doch meist schief geht", sagte Franz. Er gehe allerdings davon aus, dass Opel ein gut geführtes Unternehmen sei. Es werde sich deshalb schon eine Bank oder ein Investor finden, der dem Unternehmen helfen könne.

"Eher skeptisch" äußerte er sich zudem über den Vorschlag der CSU, noch vor der Bundestagswahl 2009 ein Steuerentlastungprogramm zu starten. "Solche Geschenke müssen irgendwann gegenfinanziert werden", sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage. Würden die Ausgaben später gestrichen oder die Bürger wieder belastet, sei "der Katzenjammer groß".
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