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Porsche lässt wegen Absatzkrise mehrere Tage die Produktion ruhen


Stuttgart (dpa) - Auch der erfolgsverwöhnte Sportwagenbauer Porsche lässt wie andere Hersteller wegen der Absatzkrise auf dem Automarkt für mehrere Tage die Produktion ruhen. Im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen stehen die Bänder bis Ende Januar insgesamt an acht Tagen still, wie ein Porsche-Sprecher am Dienstag sagte. Davon seien rund 2500 der insgesamt 4800 Mitarbeiter des Werkes betroffen. "Da die Arbeitszeitkonten der Porsche-Mitarbeiter wegen der hohen Produktionsauslastung im letzten Jahr gut gefüllt sind, ist der Ausgleich ohne Kurzarbeit möglich." Andere Werke seien vorerst nicht betroffen.

In Stuttgart-Zuffenhausen habe es bereits am vergangenen Freitag einen Schließtag gegeben, bis Ende Januar 2009 sollen sieben weitere folgen. Insgesamt will Porsche durch die Maßnahme rund 1280 Autos weniger produzieren. Im Stammwerk der Stuttgarter laufen täglich 160 Autos der Baureihe 911 vom Band.

Mit den "Stillständen" folgt Porsche einer Reihe von anderen Herstellern. So hatte zum Beispiel Daimler bereits vor Wochen angekündigt, rund 150 000 Beschäftigte der 14 deutschen Werke in verlängerte Weihnachtsferien von bis zu vier Wochen zu schicken und die Produktion bis zum Jahresende um 45 000 Fahrzeuge zu senken.

Die Krise in der Automobilindustrie gehe auch an Porsche nicht spurlos vorüber, sagte der Sprecher. Die Stuttgarter bekräftigten, dass der Absatz im laufenden Geschäftsjahr (bis 31. Juli 2009) im Vergleich zum Vorjahr (98 652 Fahrzeuge) sinken werde. Für Gewinn- und Umsatz hatte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bisher keine Ziele ausgegeben. Ob er dies bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Stuttgart nachholen wird, ist angesichts der sich verschärfenden Situation auf den Automobilmärkten fraglich.

Porsche hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 zwar durch die Beteiligung an VW einen Gewinnsprung verbucht und das mit Abstand beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Den Gegenwind von den wichtigen Märkten USA und Deutschland bekamen die Stuttgarter aber auch schon im abgelaufenen Geschäftsjahr zu spüren. Operativ kamen sie mit rund einer Milliarde Euro nicht über das Vorjahresniveau hinaus. Der Vorsteuergewinn lag mit 8,57 Milliarden Euro dagegen erstmals über dem Umsatz von 7,46 Milliarden Euro. Der Überschuss legte von 4,24 Milliarden auf 6,39 Milliarden Euro zu.
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