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Commerzbank übernimmt Dresdner schneller - Kaufpreis nur die Hälfte


Frankfurt/Main (dpa) - Die Komplettübernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank geht deutlich früher über die Bühne als geplant. Zugleich kostet der seit Jahren größte Deal in der deutschen Finanzindustrie Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus mit nunmehr 5,1 Milliarden Euro nur etwas mehr als die Hälfte der eigentlich kalkulierten 9,8 Milliarden Euro. Außerdem wird die Allianz als bisherige Dresdner-Mutter nach dem neuen Fahrplan nur mit 18,4 und nicht mit 30 Prozent an dem neuen fusionierten Bankhaus beteiligt sein.

Wie die Commerzbank am späten Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung bekanntgab, hat sich der Münchner Versicherungsriese Allianz mit der Commerzbank auf den beschleunigten Fahrplan geeinigt. Er sieht vor, dass die Commerzbank bereits im Januar 2009 zu 100 Prozent die Dresdner Bank übernimmt.

"Wir beschleunigen die Übernahme und sichern eine schnelle Integration", sagte der Vorstandschef Martin Blessing laut der Mitteilung. "In den nach wie vor nervösen Finanzmärkten stellen wir so frühzeitig die uneingeschränkte Handlungsfähigkeit her."

Ende August hatte die Commerzbank angekündigt, der Allianz die Dresdner Bank in zwei Schritten abzukaufen. Zunächst wollte sie nur 60 Prozent der Konkurrentin übernehmen, der Rest sollte in einem zweiten Schritt bis Ende 2009 unter Dach und Fach gebracht werden. Dieser Schritt wird jetzt vorgezogen, die Übernahme soll in einem einzigen Vorgang über die Bühne gehen.

Zudem zahlt die Commerzbank den Großteil der Dresdner Bank in bar und nicht in Aktien. Die Allianz wird künftig dementsprechend einen geringeren Anteil an der neuen Commerzbank halten als zunächst geplant. Der geringere Kaufpreis wird in einer Präsentation für Investoren vorgerechnet: Danach bewertet die Commerzbank das Gesamtvolumen der Transaktion nun mit 5,124 Milliarden Euro, statt ursprünglich 9,792 Milliarden Euro.

An der Börse war in den vergangenen Monaten des öfteren spekuliert worden, dass der Deal wegen der Finanzkrise platzen könnte. Die Aktie der Commerzbank war im Zuge der Turbulenzen kräftig eingebrochen - da bisher ein Großteil der Bezahlung in Aktien vorgesehen war, sahen Marktteilnehmer die Übernahme in Gefahr. Beide Seiten hatten stets betont, der Übernahmeprozess laufe nach Plan.

Das neue Institut aus Commerzbank und Dresdner Bank wird mit einer Bilanzsumme von knapp 1,1 Billionen Euro deutliche Nummer Zwei in der deutschen Bankenbranche hinter der Deutschen Bank mit einer Bilanzsumme von fast 2 Billionen Euro. Zusammen haben die beiden Institute in Deutschland nach früheren Angaben 12,3 Millionen Kunden.  << zurück zur Übersicht