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WAZ-Betriebsräte dringen auf Qualität und Verzicht auf Kündigungen


Essen (dpa) - Die Betriebsräte der WAZ-Mediengruppe fordern, trotz der Einsparungen die publizistische Vielfalt zu wahren, die Qualität zu steigern und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Das hielten sie nach einer Gesprächsrunde mit der Geschäftsführung am Donnerstag "weiterhin für realisierbar", heißt es in einem Brief der Betriebsräte an die Beschäftigten von "Westdeutscher Allgemeiner Zeitung" WAZ, "Neuer Ruhr/Rhein Zeitung" NRZ, "Westfälischer Rundschau" WR und "Westfalenpost" WP. Den Brief erhielt die Deutsche Presse-Agentur dpa von WAZ-Sprecher Paul Binder. Darüber hinaus vereinbarten die Gesprächsteilnehmer Stillschweigen. Wegen roter Zahlen bei den vier NRW-Zeitungen der WAZ-Gruppe will der Konzern 30 Millionen Euro einsparen und massiv Stellen abbauen.

Die Geschäftsführung informierte am Donnerstag die Betriebsräte über die Pläne, die unter anderem eine gemeinsame Mantelredaktion für WAZ, NRZ und WR sowie verstärkte Zusammenarbeit der Lokalredaktionen vorsehen. Die Umsetzung sei aber noch offen, heißt es in dem Schreiben der Betriebsräte. Der Umfang der Zeitungen war bereits reduziert worden. Die Journalistengewerkschaften DJV und dju hatten vor einem "Kahlschlag" und einem "monopolistischen Einheitsbrei" gewarnt. WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz hatte dagegen beteuert, das Reformkonzept erhalte die Eigenständigkeit aller Titel einschließlich ihrer lokalen Verankerung und ihrer unterschiedlichen politischen Ausrichtung.

Anfang kommender Woche wollen Betriebsräte, eine Unternehmensberatung, Chefredaktion und Personalleitung weiter diskutieren. Außerdem werden Betriebsräte und Personalleitung darüber reden, wie der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden kann. Reitz hatte vor zwei Wochen gesagt, er hoffe, ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen zu können. Am 5. Dezember werden die Mitarbeiter durch die Geschäftsführung und die Unternehmensberatung auf einer Betriebsversammlung informiert.
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