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AUA droht halbe Milliarde Verlust


Wien (APA) - Die Austrian Airlines gehen im aktuellen Worst Case nach drohende Bewertungsverlusten (Flugzeugabschreibungen, Wertpapiere) von einem Nettoverlust von bis zu 475 Mio. Euro im zu Ende gehenden Jahr 2008 aus. Die Airline listete am Freitag die Belastungsfaktoren auf, darunter vor allem langgediente Flugzeuge, die weniger wert sind und Kursverluste.

Selbst bei der Hälfte dieses Werts wäre, stünde die AUA nicht unmittelbar vor dem Verkauf an einen starken Partner, Feuer am Dach, sagten Experten zur APA. Denn sobald der Verlust in einem Unternehmen das halbe Grundkapital zu übersteigen droht, muss gegengesteuert werden. Im Normalfall ist eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, sobald bei Aufstellung der Jahresbilanz oder Zwischenbilanzen der Verlust das halbe Grundkapital aufgefressen hat.

Als Zwischenfinanzierung wird die krisengeschüttelte AUA von der Noch-Hauptaktionärin ÖIAG ein auf sechs Monate befristetes Gesellschafterdarlehen bekommen. Dies wurde der APA am Freitagabend aus informierten Kreisen mitgeteilt. Das Darlehen werde "in ausreichender, dreistelliger Millionenhöhe" sowie "marktkonform verzinst" sein und normal rückzahlbar. Es muss aber - wie der zugrundeliegende Schuldennachlass selbst - bei der EU notifziert werden.

Beschlossen werden dürfte das Darlehen zum gesamten Vertragswerk im Zusammenhang mit dem Verkauf an die Lufthansa im ÖIAG-Aufsichtsrat am 5. Dezember. Normale neue Bankkredite standen ebenso wenig zur Diskussion wie kurzfristige Kapitalmaßnahmen.

Das Grundkapital der AUA beträgt aktuell 264 Mio. Euro. Als das Magazin "Format" Anfang November wegen Abwertungen und des sinkenden Dollars von bis zu 500 Mio. Euro Verlust spekuliert hatte, hat die AUA das noch schriftlich dementiert.
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